Unser Konzept – oder: Warum wir was wie machen

Wie eingangs bereits erwähnt, hat sich die Rasselbande zum Ziel gesetzt, den Kindern einen Ort zum Wohlfühlen zu bieten, an dem sie gezielt gefördert und gefordert werden, ohne dass das „Kind sein“ zu kurz kommt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass die Eltern der von uns betreuten Kinder wissen, mit welchen Schritten wir vorgehen.

Das Raumkonzept – wo ist hier eigentlich was?

Auf dem Bild sind die Räume der Rasselbande in der Gesamtansicht zu erkennen. Wie man sieht, haben wir zwei Eingänge. Beginnen wir unseren virtuellen Rundgang am hinteren, denn der ist der eigentliche Haupteingang. Der öffentliche Parkplatz hinter der Rasselbande bietet sich gerade dazu an, die Kinder durch den Garten zu uns zu bringen.

Wenn man also die kleine Treppe vom Garten aus hochgegangen ist, gelangt man in die Garderobe, wo die Kinder ihre Sachen, ihre Taschen und Schuhe ablegen können. Dort befinden sich auch die Kisten mit den Schlechtwettersachen der Kinder.
Die vom Eingang aus gesehen rechte Tür führt in die Küche, die linke in den ersten Schlafraum. Geradeaus geht es direkt in den großen Spielraum.

Von diesem aus gelangt man in den anderen Schlafraum, der wiederum mit dem ersten durch eine Tür verbunden ist, ins Büro oder auch in die Küche. 

Wendet man sich nach rechts und geht an der Küchentür vorbei erreicht man eine Glastür. Durch dies hindurch kann man schon die vordere Eingangstür sehen, oder man wendet sich nach links und kann dort über den Flur in den Wickelraum gehen.

Kommunikation

Das entstehende Erziehungsgeflecht zwischen den Eltern und den Tagespflegepersonen setzt eine gute und intensive Kommunikation zwischen allen Beteiligten voraus. Soll heißen, dass wir sehr viel Wert auf den Austausch von wissenswerten Dingen legen, am besten jeden Tag!

Tägliche Übergabe-Gespräche

Jeden Morgen haben die Eltern Gelegenheit, uns über die Ereignisse des letzten Tages oder der Nacht zu berichten. Vielleicht hat ja eines der Kinder Fieber gehabt, oder ein tolles Fest erlebt, von dem es erst spät nach Hause gekommen ist. Oder man hat ein anderes Kind aus der Rasselbande getroffen und zusammen im Garten gespielt. Auch der erste Versuch auf die Toilette zu gehen oder vorher noch das erste Mal mit Gabel oder Löffel allein gegessen zu haben. Alles Dinge, die für das Kind wichtig und von Bedeutung sind. Und daher kann und sollte man uns davon erzählen.
Im Gegenzug dazu erzählen wir natürlich den Eltern, was das Kind an diesem Tag erlebt hat oder welches Kunstwerk es heute vollbracht hat. Sein Verhalten im sozialen Bereich, seine körperliche und geistige Entwicklung anhand von Beispielen, alles Dinge, die im zweiten Übergabe-Gespräch thematisiert werden.

Elternabende

Mindestens zweimal im Jahr machen wir einen Elternabend, an dem alle Eltern zusammen in die Rasselbande eingeladen werden und sich austauschen können. Wir erzählen dann davon, wie es den Kindern im letzten Halbjahr so ergangen ist, welche Projekte begonnen oder gar abgeschlossen wurden und welchen Planungsstand die anderen haben. Auch neue Vorschläge oder neue gesetzliche Vorschriften werden bekanntgegeben und/oder diskutiert.

Einzelgespräche

Natürlich haben die Eltern immer die Möglichkeit, uns zu einem Einzelgespräch aufzufordern. Möglichst zeitnah werden wir dann einen Termin finden, wenn es sich nicht schon in der Situation ergeben sollte. In der Regel sind solche Einzelgespräche von hoher Bedeutung für den Auffordernden und somit mit Vorrang zu behandeln.

Eingewöhnung

Es gibt die unterschiedlichsten Modelle zur Eingewöhnung von Kleinkindern in eine neue Umgebung. Viele von uns älteren Menschen erinnern sich sicher noch gut daran, wie sie selbst in den Kindergarten eingewöhnt wurden – nämlich gar nicht. Aus pädagogischer Sicht ist das bloße Abliefern von Kindern in eine für sie völlig fremde Umgebung mit fremden Menschen ein Trauma. Und dieses wollen wir den Kindern heute ersparen.
Die Rasselbande hat seit jeher an das vielfach bewährte System des Berliner Eingewöhnungsmodells orientiert.

Die Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

Die Eingewöhnungsphase stellt eine sehr wichtige Umstellung für das Kind dar. Der „sichere Hafen“ Mama (hier als Synonym für eine Bindungsperson) wird verlassen, um die Welt zu erkunden. Doch wenn das Kind unsicher wird, kann es stets diesen Hafen wieder ansteuern, um dort Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren. Nun muss dem Kind ein „Ersatzhafen“ geboten werden, da Mama nicht immer präsent und verfügbar ist. 

Neueste pädagogische Erkenntnisse zeigen, dass Kinder eine individuell unterschiedlich lange Zeit benötigen, um eine adäquate Bindung zu einer Person aufzubauen, die neu in das Umfeld des Kindes kommt. Man spricht in diesem Zusammenhang von drei Tagen bis zu vier Wochen. In dieser Zeit soll der sichere Hafen Mama durch den „Ersatzhafen“ Tagespflegeperson abgelöst werden. In der Vergangenheit wurde auf diese Phase kein oder nur sehr geringer Wert gelegt. Vor allem der Kindergarten war geprägt von Tränen und Panikattacken der Kinder, die sich plötzlich in der Situation wieder fanden, dass ihre Bindungsperson abrupt verschwand und sie sich auf Gedeih und Verderb völlig fremden Personen ausgeliefert sahen. Diese traumatischen Erlebnisse sind für Kinder zu vermeiden und daher ist ihnen eine individuell angemessene Zeit einzuräumen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und eine Bindung zu den neuen Autoritätspersonen aufzubauen.

Kinder können bis zu fünf verschiedene Bindungspersonen haben. Die ersten beiden sind in der Regel die eigenen Eltern. Darüber hinaus können die Großeltern oder andere Verwandte als Bindungspersonen in Betracht kommen. Die Tagespflegeperson ist darauf angewiesen, dass das Kind eine Bindung zu ihr aufbaut, um so den angebotenen „Ersatzhafen“ auch anzunehmen. Hierzu dient die Eingewöhnungsphase, die nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell verläuft und sich wie folgt gestalten sollte:

Das große Kennenlernen

Ein Elternteil kommt zunächst mit in die Tagespflegestelle und verbleibt mit ihrem Kind ca. 1 bis 2 Stunde dort. Das Kind wird aufgrund der natürlichen Neugierde die räumlichen und personellen Neuheiten erkunden. Der „sichere Hafen“ kann jederzeit angelaufen werden, um Rückhalt und Sicherheit zu erfahren. Daher ist es für die Eltern von großer Bedeutung, sich mit der Zeit immer mehr passiv zu verhalten, was auch gegen ein Mitspielen oder andere Beschäftigungen wie Vorlesen spricht. Das Explorationsverhalten, der Entdeckergeist des Kindes wird sich immer mehr ausweiten. Die Tagespflegeperson baut eine erste Beziehung zu dem Kind auf, ohne diese einzufordern. Das Kind wird von allein zur Tagespflegeperson kommen und es wird sich in dieser Zeit herausstellen, ob die „Chemie stimmt“. Wichtig ist: In der Grundphase wird kein Trennungsversuch initiiert! Dieser ist erst in Phase 2 zu unternehmen.

Wo ist Mama?

Diese Phase dient uns dazu, über die vorläufige Dauer der Eingewöhnungsphase zu entscheiden. Daher ist es wichtig, dass vor dem Trennungsversuch ein Tag in der Tagespflegestelle verbracht worden ist; also ein quasi normaler Tag mit einer gemeinsamen Stunde bei der Tagespflegeperson. 

Am Tag des ersten Trennungsversuches (wir nenne ihn den „kleinen Trennungsversuch“) verlässt der jeweilige Elternteil im Laufe der Zeit bei uns den Raum, ohne sich vom Kind zu verabschieden. Mama schleicht sich sozusagen aus dem Blickfeld des Kindes. Dies unterscheidet sich vom reinen Berliner Eingewöhnungsmodell. Dabei beobachtet die Tagespflegeperson das Verhalten des Kindes und seine Reaktionen sind der Maßstab für die Fortsetzung oder den Abbruch des Versuches. Bei einer gleichmütigen Reaktion kann die Trennung bis zu maximal 30 Minuten ausgedehnt werden. Auch bei einer kurzen Phase des Weinens kann dieser Zeitraum gewählt werden, wenn das Kind sich rasch und dauerhaft von der Tagespflegeperson trösten lässt.
Wirkt es nach dem Weggang des Elternteils aber verstört oder ist es nicht zu trösten, muss der Elternteil sofort zurückgeholt werden. Der Versuch wird dann natürlich abgebrochen. Im günstigsten Fall hat die Tagespflegeperson bis dahin eine aufkeimende Bindung zum Kind aufgebaut und das Kind hat sie als „Ersatzhafen“ angenommen.
Wir nennen diese Phase den „kleinen Trennungsversuch„, da der Elternteil die Räumlichkeiten der Rasselbande nicht verlässt. Meistens setzt sich Mama oder Papa ins Büro und liest dort ein Buch. Wichtig für uns ist nur, dass die Rufweite nicht überschritten wird. Sollte der kleine Trennungsversuch abgebrochen werden, stellen wir uns mit dem Kind an die Tür zum Flur und rufen ganz laut nach Mama, die dann – welche Überraschung – auch gleich kommt! Und schon ist die Welt wieder in Ordnung! 

Ist der kleine Trennungsversuch geglückt und das vielleicht sogar mehrfach, können wir zum nächsten Schritt, dem „großen Trennungsversuch“ übergehen. Dabei verlässt der Elternteil die Rasselbande und verabschiedet sich von dem Kind. Hier kann es auch noch mal am Winkefenster der Mama winken. Das Handy griffbereit kann Mama oder Papa die Stadt erkunden, shoppen oder einfach nur einen Kaffee trinken gehen. Wir versuchen in der Zeit das Kind abzulenken, zu beschäftigen und gegebenenfalls zu trösten. Gelingt uns dies – alles gut! Gelingt uns dies nicht – rufen wir an und der Versuch wird abgebrochen. Die Zeit, bis Mama oder Papa wieder da sind, nutzen wir, um das Kind darauf vorzubereiten. Wir gewinnen das Vertrauen des Kindes, wenn wir ihm erzählen, dass Mama oder Papa gleich auftauchen werden und diese das dann auch tun!

Also egal, wie der Versuch verläuft – alle haben dadurch gewonnen!

Lecker!

In dieser Zeit versucht die Tagespflegeperson die Versorgung des Kindes vom Elternteil zu übernehmen. Dieser dagegen überlässt es der Tagespflegeperson, auf die Signale des Kindes zu reagieren und greift nur im Notfall ein, wenn das Kind nicht auf die Tagespflegeperson und ihre Bemühungen reagiert. Die Trennungsphasen sollten ausgedehnt werden, wenn der Trost, den die Tagespflegepersonen bietet, weiterhin angenommen wird.

Geschafft!

Der Elternteil kann die Rasselbande verlassen, bleibt aber jederzeit erreichbar, für den Fall, dass die Bindung an die Tagespflegeperson noch nicht ausreicht. Der Zeitpunkt, an dem der Elternteil die Rasselbande verlassen kann, ist dann erreicht, wenn der Sichtkontakt zum Kind für eine längere Zeit unterbrochen werden konnte und die Tagespflegeperson als Bindungsperson vom Kind akzeptiert wurde. Situationen, die durch Traurigkeit, Frustration oder Beklemmung in milder Form bestimmt werden, können dann durch die Tagespflegeperson aufgefangen werden. Sie ist dann in der Lage, dem Kind Trost und Geborgenheit zu spenden, welches vom Kind auch angenommen wird.

Unser Tagesablauf

Obwohl wir keine Sklaven der Uhr sind, versuchen wir den Kindern einen möglichst geregelten Tagesablauf zu bieten. Daher sind die folgenden Zeiten als Richtwert zu sehen.

So geht’s ab bei uns!

ab 7:00 Uhr

Die Kinder werden von den Eltern gebracht. Wir richten uns nach den Eltern und schauen nicht auf die Uhr. Wenn es mal ein wenig später wird, egal: Hauptsache zum Frühstück sind alle da. Die anderen können solange die Spielzeuge erkunden oder miteinander spielen.

8:30 Uhr – 9:00 Uhr

Zum Frühstück gibt es leckeres Brot mit Wurst oder Käse, manchmal auch mit Marmelade oder Honig. Dazu dürfen sich die Kinder diverse Gemüsesticks aussuchen: Gurken, Kohlrabi, Möhren oder Paprika aus eigenem oder aus anderweitigem biologisch-kontrolliertem Anbau.

9:00 Uhr – 11:30 Uhr

Die nächsten vier Stunden sind unterschiedlich gestaltet. Wir nutzen jede Möglichkeit nach draußen zu gehen: in den Garten, auf den Spielplatz oder ins Dorf, vor allem Freitags, wenn am Busbahnhof der Markt gastiert. Oder wir bleiben mit den Kindern in der Rasselbande und spielen mit den Kindern. Dabei achten wir auf eine ausgewogene Mischung aus freiem Spiel und geleitetem Spiel.

11:30 Uhr – 12:00 Uhr

Wenn um 11:15 Uhr das Aufräumen anfängt, wissen die meisten schon, dass es nach dem Händewaschen zu Tisch geht. Alle essen das gleiche und das wird jeden Tag warm und lecker gebracht. Nach dem Essen geht es dann zum Zähneputzen!

12:00 Uhr – 14:00 Uhr

Mittagsschlaf! Jedes Kind hat sein eigenes Bett und auch seine eigenen Schlafsachen, wie Decke, Kissen, Stofftier oder ähnliches dabei. Neben den Stapelbetten, aus denen jedes Kind selbst aufstehen kann, wenn es ausgeschlafen hat, gibt es auch noch Gitterbetten für die ganz Kleinen.

schlafendes Mädchen

14:00 Uhr – 16:00 Uhr

Spielen, Toben, Lernen steht auf dem Programm. Bei gutem Wetter geht es natürlich wieder raus in den Garten. Aber auch bei schlechtem Wetter ist das Spielangebot in der Rasselbande groß und bietet Abwechslung genug, bis die Kinder abgeholt werden.

Ernährung

Der Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksangebot aus verschiedenen Brotsorten, die wir aus der ortsansässigen Landbäckerei beziehen. Ob Kürbiskern-, Vollkorn- oder Knäckebrot; wir achten auf möglichst reine Getreidesorten und qualitativ hochwertige Produkte.

An zwei Tagen in der Woche gibt es etwas Besonderes:

Mittwochs ist unser Müsli-Tag! Ein Bio-Müsli stellt die Basis dar, welche mit Weintrauben, Apfelstücken, Bananen, Heidelbeeren oder anderen saisonalen Früchten verfeinert werden kann. Freitags gibt es gelegentlich Brötchen, die dann auch mal mit Honig oder Marmelade bestrichen werden dürfen. Alle Wurstsorten bestehen aus reinem Rind- oder Geflügelfleisch. Der von uns angebotene Käse wurde aus Milch hergestellt! Und auf besonderen Wunsch können die Kinder auch mit vegetarischen Wurstprodukten verwöhnt werden.

Das Mittagessen wird uns von Meyer Menü geliefert. Jeden Morgen bringt uns eine nette Mitarbeiterin des Spezialisten für Krippen und KiTa-Verpflegung das Essen in speziellen Thermobehältern, welche bei uns in
Wasserbädern warmgehalten wird. Meyer Menü verarbeitet prinzipiell kein Schweinefleisch! Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, Sonderkost zu bestellen, die laktosefrei (*1), frei von Milch (*2) und Ei (*3) und glutenfrei (*4) ist.

Der Nachmittags-Snack besteht aus Obst oder Gemüse, welches wir möglichst selbst
anbauen. Wie haben Hochbeete und Pflanzkästen angelegt, in denen wir Möhren,
Kohlrabi, Paprika, Radieschen, Salatgurken, Erdbeeren, Brombeeren und Kiwis
angebaut haben. Saisonal kaufen wir Bio-Produkte dazu. Die Kinder können jederzeit Wasser oder ungesüßten Tee trinken, gelegentlich werden auch Saftschorlen angeboten.

Um diesen hohen Standard halten zu können, berechnen wir 60 € pro Monat Verpflegungsgeld. Dies sind die einzigen Kosten, die von den Eltern neben dem Elternbeitrag, der an das jeweilige Jugendamt gezahlt wird, getragen werden müssen. Wir behalten uns vor, in besonderen Notlagen der sozialen Härte entsprechend, die Verpflegungssätze für Eltern entsprechend zu kürzen.

(*1) Unter „laktosefrei“ wird ein Gehalt von 0.1 g Laktose (Milchzucker) pro 100 g Lebensmittel eingehalten

(*2) „Ohne Milch“ bedeutet, dass ein Menü denGehalt von 0,1 mg Milchprotein pro Menü nicht überschreitet

(*3) DieAuslobung „ohne Ei“ beinhaltet, dassein Gehalt von Eiprotein 0,03 mg pro Menü nicht überschritten wird

(*4) DieDeklaration „glutenfrei“ bedeutet,dass der Glutengehalt von 20 mg Gluten pro Kilogramm Lebensmittel (namentlichWeizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon, sowiedaraus hergestellte Erzeugnisse) nicht überschritten wird (Gemäß EU-Verordnung828/2014)

Spielen

Einfach mal Kind sein!

Wenn das Wetter mal so gar nicht mitspielt, bleiben wir mit den Kindern in der Rasselbande. Dort haben wir unter anderem auch die Möglichkeit, die Kinder mal ihre eigenen Spiele entwickeln zu lassen. Fangen und Verstecken ist zwar nichts Neues, aber es macht immer noch genau so viel Spaß, wie zu der Zeit, als unsere Eltern klein waren. Manchmal ist es aber auch einfach zu schön, durch die Räume zu jagen und unserm Bewegungsdrang nach zu g eben. Des Öfteren wird ein kleiner Parcours aufgebaut, den die Kinder durchlaufen können. Sie krabbeln dann durch eine Röhre oder müssen über Hindernisse klettern und zu guter Letzt können sie dann in ein Bällebad springen. Ein anderes Mal wird die gute, alte Kissenschlacht in Gang gesetzt oder die Kinder setzten sich einfach auf den Rücken ihres erwachsenen Freundes und reiten in den Kinder-Cowboy-Sonnenuntergang!
Mit den Kindern wird auch regelmäßig musiziert, natürlich altersentsprechend. Die Rasselbande verfügt über ein großes Repertoire an alten und neuen Kinderreimen und -liedern, welche die Kinder durch Klatschen und Stampfen begleiten. Darüber hinaus können die Kleinen auch mit Rhythmusinstrumenten üben, den Takt zu halten.
Wenn es draußen so richtig schüttet, macht es noch mehr Spaß, drinnen im Warmen die Malkittel anzuziehen und dann mit Fingerfarbe auf großen Pappen oder Tapeten, mit Händen, Füßen oder auch den Nasen wahre Kunstwerke zu kreieren. Zu einigen Anlässen basteln die Kinder dann auch besondere Geschenke für ihre Familien: Weihnachten, Muttertag, Ostern und St. Martin bieten sich da an und die Beschenkten haben stets glänzende Augen!

Draußen

Für uns als naturbegeisterte Pädagogen ist es natürlich wichtig, dass die Kinder einen engen Kontakt mit der Welt da draußen haben! Daher gehen wir so oft es uns möglich ist in unsere eigene Außenanlage, sprich in unseren Garten. Hier haben wir auch einiges angepflanzt, was die Kinder im Laufe des Sommers ernten können: Kiwis und Erdbeeren, rote und weiße! Später sollen noch Möhren dazukommen. Die große Bananenpflanze wird wohl keine Früchte tragen, sieht aber wunderschön aus und kann von den Kindern – wie alle anderen Pflanzen auch – täglich gegossen werden.

Seit einigen Jahren hat die Rasselbande ein kleines Vogelfutterhaus, welches ab Herbst regelmäßig befüllt wird. Auch im übrigen Jahr werden dort von Zeit zu Zeit kleine Leckerbissen für unsere gefiederten Freunde ausgelegt.

Hinter dem Parkplatz, der direkt an unseren Garten anschließt befindet sich der große, öffentliche Spielplatz. Dort geht die Rasselbande ebenfalls gern hin, da dieser Platz viele Gelegenheiten bietet, neben den großen Attraktionen wie Schaukel oder Sandkasten auch andere Kinder kennenzulernen. Manchmal treffen die Kinder der Rasselbande dort sogar ganze Gruppen aus den benachbarten Kindergärten an. 

In regelmäßigen Abständen geht die Rasselbande auf einen Streifzug durch die Gemeinde. Dann besuchen die Kinder den kleinen Markt am Busbahnhof, wo für besondere Gelegenheiten auch gerne mal eingekauft wird. Hier können dann beispielsweise Kartoffeln gekauft werden, die dann an einem anderen Tag für den Kartoffeldruck gebraucht werden.
In den meisten Fällen lässt sich ein solcher Spaziergang zum Markt mit einem Besuch im Kinder- und Familienzentrum „Miteinander“ verbinden. Das fördert nicht nur die sozialen Kompetenzen der Kinder, sonders es bereitet sie auch auf den anstehenden Wechsel in eine viel größere Gruppe von Kindern vor.

Fördern

Wie bereits erwähnt, bietet die Rasselbande den Kindern einen Ort, an dem sie sich wohlführen – „Kind sein“ – dürfen, aber auch eine Umgebung, in der sie gefördert und gefordert werden. Und zu keiner Zeit lernt der Mensch so viel und so schnell wie in den ersten Jahren! Doch liegt eine Verschulung in der U3-Betreuung nicht im Konzept der Rasselbande. Dagegen ist eine Förderung der Kompetenzen durchaus sinnvoll und wird daher von uns unterstützt.

Lernen von Kompetenzen

Es war der deutsche Pädagoge Heinrich Roth, der den Begriff der Kompetenz in die Erziehungswissenschaft hineinbrachte und ihn dort unwiederbringlich verankerte. Es sind nach seiner Auffassung keine angeborenen Eigenschaften oder Begabungen, sondern erlernbare Strategien, die das Wissen mit dem Können verbinden. Der Erwerb dieser Kompetenzen ist durch pädagogische Maßnahmen beeinflussbar.
Das pädagogische Konzept der Rasselbande orientiert sich an dieser Kompetenzlehre und unterscheidet vier verschiedene Kompetenzbereiche, die hier näher betrachtet werden sollen:

Alle vier Kompetenzbereiche sind natürlich nicht deutlich voneinander abzugrenzen. Es besteht eine Vielzahl an Überschneidungen und Verzahnungen, ein Kompetenzbereich greift in den anderen über. Diesbezüglich kann man wohl davon ausgehen, dass es keinen Menschen gibt, der über das Manko eines fehlenden Kompetenzbereichs verfügt. Denn ohne den einen Bereich wären alle anderen nicht möglich. Welche Schwerpunkte allerdings gelegt wurden, welche Beriech vernachlässigt wurden, dass liegt im Kleinkindalter begründet und das Wissen darum macht die Betreuer des Kindes – seien es die Eltern oder die Tagespflegepersonen – zu den wichtigsten Menschen im Leben eines Kindes. Und darüber sollten diese sich im Klaren sein.

Die Selbstkompetenz – Wer bin ich?

In der einschlägigen Literatur findet man unter de m Schlüsselbegriff „Selbstkompetenz“ oder „Ich-Kompetenz“ einige immer wiederkehrende Begriffe, von denen man daher ausgehen kann, dass sie diesen Kompetenzbereich gut beschreiben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Diese Begriffe sind:

  • Selbständigkeit
  • Wissen über den eigenen Körper
  • Mit sich selbst zurechtkommen

Darüber hinaus, also mit einer geringeren Häufigkeit, doch noch als spezifisch anzusehen sind die Begriffe:

  • Gesunde Ernährung
  • Sich selbst beweisen, dass man etwas kann
  • Wissen, erkunden, erforschen, experimentieren wollen
  • Lernen wollen
  • Mit Gefühlen umgehen können

Wie alle anderen Kompetenzen auch, so ist das Ausbilden der Selbstkompetenz nicht mit einem gewissen Alter abgeschlossen, sondern es bildet sich stets, dem Alter angemessen weiter.
In der Rasselbande beginnen wir damit, den Kindern die einzelnen Bezeichnungen der Körperteile zu nennen und sich nicht als Teil des gesamten sie umgebenden Kosmos zu betrachten, sondern als ein Individuum mit einer Nase, einem Mund, zwei Beinen…
Auf die gesunde Ernährung wird an anderer Stelle noch eingegangen, so dass sie hier keinen Raum einnehmen soll.
Die angeborene Neugierde wird von uns weitestgehend unterstützt und die kleinen Entdecker und Forscher sollen ihre Experimente selbst durchführen. Wir, die Großen, sind nur die Forschungsassistenten, die dafür sorgen, dass Herr oder Frau Professor alle nötigen Dinge hat, um das Experiment erfolgreich abzuschließen.

Die Sozialkompetenz – Wer bist Du?

Unter dem Schlüsselbegriff Sozialkompetenz versteht man im Allgemeinen die Fähigkeit andere zu verstehen und andere etwas mitzuteilen. Aber auch das Zurechtkommen mit anderen und ihnen helfen zu wollen, gehört mit in diesen Kompetenzbereich. Ebenfalls zu den Sozialkompetenzen gehört, dass Kinder ein eigenes Wertekonzept entwickeln müssen, welches sich durch das Vorleben der Erwachsenen und der Mitglieder ihrer Kleingruppe herausbildet.
Negative Beispiele sehen wir täglich in den Medien: Ein Kind, dem im Elternhaus vorgelebt wird, dass Konflikte durch Gewalt und Aggressionen zu lösen sind, wird dieses an sich delinquente Verhalten als üblich und positiv bewerten und sich dem entsprechend später verhalten.
Die Rasselbande legt sehr großen Wert darauf, dass die Kinder früh lernen, mit kleineren Konflikten selbst umzugehen. Bei aggressiven Streitigkeiten stehen wir immer beiden bei und versuchen zu zeigen, dass es auch Lösungen gibt, die nichts mit Gewalt zu tun haben.

Die Sachkompetenz – Was ist das?

Auch der Bereich der Sachkompetenz wird im Kleinkindalter als förderlich angesehen. Die Fähigkeit, wahrnehmen zu können ist nicht einzig und allein darauf beschränkt, hören, sehen, schmecken und tasten zu können. Diese Fähigkeiten sind bei einem gesunden Kind stets vorhanden. Doch Feinheiten dieser Fähigkeiten können trainiert werden. Darüber hinaus sind die Fertigkeiten Grundlage für die Verinnerlichung, Internalisierung von Bildern und Zusammenhängen, was zur nächsten Fähigkeit führt, dem Denken. Im Spiel werden dann die neu erlernten Fähigkeiten angewandt und verfeinert, auch im Hinblick auf die erzielten Auswirkungen, speziell in Hinsicht auf die Spielkameraden.
In der Rasselbande haben wir eigens dazu Soft-Bausteine, die mit verschiedenen Materialien bespannt sind. Diese Fühl-Erlebnisse sollen den Kindern helfen, ihre Neugierde, ihr Gier auf Neues noch zu steigern. Auch wenn wir nach draußen gehen, dient dieser Moment genau diesem Kompetenzbereich. Rinden, Blätter oder auch Käfer und Würmer fühlen sich spannend an. Und manchmal bewegen sie sich sogar!

Die Lernkompetenz – Wie geht das?

In erster Linie bedeutet eine ausgeprägte Lernkompetenz, dass ein Mensch, hier ein Kind erlernt, wie es Probleme lösen kann, es entwickelt eigene Problemlösungsstrategien. Die dabei gemachten Erfahrungen geben dem Kind nicht nur Sicherheit, sondern auch ein großes Spektrum an Instrumentarien bei der Bewältigung von Konflikten. Und die entwickelte Erkenntnis, welche Strategie bei welchem Problem anzuwenden ist oder gar in welcher Abwandlung, deutet dann wieder auf eine hohe Kreativität hin. Dies setzt allerdings auch die Möglichkeit der differenzierten Wahrnehmung voraus. Wie sieht das Problem aus der Sicht des Anderen aus? Eine Querverbindung zum sozialen Kompetenzbereich ist hier deutlich geworden. Auch die Effektivität der Neugier wird in diesem Bereich angesprochen und dem Kind gezeigt. Es erkennt, dass es sich rentiert, aktiv zu sein und Dinge zu erforschen, weil man dann etwas Neues erforschen kann. Im späteren Alter kann es dann selbständig lernen, Vermutungen anzustellen, Hypothesen aufzustellen und diese dann gegebenenfalls auch zu überprüfen.
Die Rasselbande ist ein Eldorado an Möglichkeiten. Unter der pädagogischen Anleitung können Dinge entdeckt, Vermutungen mit Experimenten untermauert und Konflikte mit Gleichaltrigen gütig und im beiderseitigen Einvernehmen gelöst werden.

Hygiene

Dieses Thema ist gerade im Kleinkindalter sehr sensibel. Viele fragen sich, ob das Kind von allem Schmutz ferngehalten werden soll, oder ob man den Kleinen die Möglichkeit gibt, sich gegen möglichst viele Keime abzuhärten. Wie immer liegt wohl auch in dieser Frage die Antwort in der Mitte. Doch auch im Bereich der Körperhygiene gibt es den Kindern Halt und Sicherheit – und eine Menge Spaß! – wenn sie von klein auf routinierte Abläufe erlernen.

Wasserspiele!

Vor dem Essen – Hände waschen! Bereits nach wenigen Tagen ist das Händewaschen in der Rasselbande ein beliebter Tagesordnungspunkt. Alle Kinder laufen geschwind in den Wasch- und Wickelraum, stellen sich dort auf und warten, bis sie an der Reihe sind. Denn danach – und das wissen die Kleinen natürlich auch ganz genau! – gibt’s das Mittagessen.
Nach dem Essen – Zähne putzen! In den Fächern im Wasch- und Wickelraum stehen in den Fächern der Kinder deren Zahnbürsten, die Becher und die Zahnpasta. Damit das Chaos nicht zu groß wird geht es gruppenweise zu dritt zum fröhlichen Putzen. Und die Kinder sind so eifrig, dass sie traurig werden, wenn sie nicht in der ersten Gruppe sind!

Schlafen

Schlafen ist für Kinder genauso wichtig, wie das Spielen, das Essen und Trinken oder die kuschelige Nähe zu den Bezugspersonen. Im Schlaf werden die Erlebnisse der letzten Wachphase verarbeitet, der Körper und der Geist erholen sich von den Anstrengungen und tankt neue Kraft für die nächste Wachphase.

Müde bin ich, geh zur Ruh‘

Im Spielraum gibt es zwei große Fatboys, auf denen die Kinder sich ein Nest bauen und entspannen können. Diese Ruhezonen werden von allen als solche geachtet.
Die Schlafenszeiten sind ebenso individuell wie die Kinder selbst. Wir versuchen den Kindern einen Rhythmus in unseren Tagesablauf näher zu bringen, aber wenn ihr eigener Biorhythmus dagegenspricht, so wird dies natürlich berücksichtigt. Kinder die nicht schlafen wollen, können weiterspielen oder werden mit Büchern, Malen oder Puzzeln beschäftigt. Diejenigen, die müde werden, haben ihr eigenes kleines Bett, in dem sie jederzeit schlafen können.
Um es den Kindern so leicht wie möglich zu machen, dürfen sie natürlich auch ihre eigenen Kissen oder Decken mitbringen. Auch Schlafhelfer, wie Kuscheltiere oder Schnuffeltücher sind gern gesehen. Nur Spieluhren oder ähnliches muss zu Hause bleiben, da die Melodien die anderen Kinder stören könnte.